18. BIM to Fabrication

Die hölzerne Hülle für die neue Pariser Konzerthalle La Seine Musicale wurde digital vorgefertigt – basierend auf digitalen 3D-Modellen von Design-To-Production aus der Schweiz.

Design-to-Production hat seit 2007 die digitale Planung zahlreicher renommierter Holzbauprojekte bis hin zur Erstellung der notwendigen CNC-Fertigungsdaten übernommen. Dreh- und Angelpunkt dafür waren und sind parametrische, objektorientierte 3D-Modelle auf Ausführungsniveau. Hauptsächlich aufgrund der komplexen Freiform-Geometrien können diese bisher weder mit einer der üblichen Holzbau-CAD-Lösungen noch mit herkömmlichen BIM-Software-Paketen erstellt werden. Stattdessen kommt eine NURBS-Modellierungs-Software aus dem Designbereich zum Einsatz, die mit projektspezifisch programmierten Tools jeweils ergänzt wird. Als Beispiele dafür wird ein Projekt vorgestellt, das im Laufe des Jahres 2017 vollendet wurde und an dem sich einige entscheidende Herausforderungen identifizieren lassen.

Im Zuge der intensiver werdenden Diskussionen um die Methode BIM (Building Information Modelling) und um die Erhöhung des Vorfertigungsgrades in der Baubranche (in Erwartung höherer Produktivität und Qualität) ergibt sich für den Holzbau eine interessante Situation. Erstens ist das Prinzip Vorfertigung von jeher zentraler Bestandteil der Branchen-DNA im Holzbau. Zweitens ist der Digitalisierungsgrad in dieser Branche schon jetzt höher als in den meisten anderen Baugewerken, und zwar bis hin zur digitalen Fertigung (CNC) und daher notwendigerweise auch in der vorgelagerten Planung und Arbeitsvorbereitung.

Daraus ergibt sich für den Holzbau ein nicht zu unterschätzender Startvorteil bei der weiteren Digitalisierung der Prozesse. Allerdings werden dadurch auch einige strukturelle Hürden auf dem Weg von der BIM-Planung zur Digitalen Fabrikation sichtbar, die in dieser Schärfe an anderen Stellen noch nicht deutlich geworden sind.

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